Donnerstag, 23. September 2010

Der Mops

Die Elisabeth hatte in einem ihrer Kommentare der letzten Tage nach meinem Hund gefragt.
Zu ihrer Frage direkt: Ja, das ist eine reinrassige Mops-Hündin! Sie ist recht groß geraten, hat eher die Größe eines Rüden... und ist leider viel zu dick, weil sie sich meiner Faulheit angepasst hat ;o)


Aber zu dem Kommentar von Elisabeth fiel mir auch auf, dass ich den Hund noch gar nicht richtig vorgestellt habe und das ich das dringend tun sollte, denn dieser Hund ist mir ein sehr sehr wichtiger Mensch Begleiter im Leben. Und so manches mal, frag ich mich, wo ich heute ohne sie wäre...
Ganz sicher wäre ich ohne Mops nicht bei meinem Mann.

Meinen Mann lernte ich in einem Chatroom kennen. Ich hatte Abends Langeweile und wollte mir mit ein bisschen chaten die Zeit vertreiben. Ich hab den Chat nie ernst genommen, weil man da viele Idioten getroffen hat... An diesem Abend traf ich auf einen Typen, der in seinem Profil seinen Mops erwähnte, nur deshalb sprach in ihn an und wir kamen ins Gespräch.

Der Mops (sie heißt übrigens Tiffany, kurz Tiffy) war damals ein knappes Jahr alt.
Eine Woche nach dem ersten Chat lernte ich Hund und Herrchen in der wahren Welt kennen...
Etwas mehr als drei Jahre später heiratete ich das Herrchen, selbstverständlich war der Hund dabei!!!

Eigentlich ist sie überall dabei!
Ihr ist egal wo wir hingehen, was wir machen, sie ist immer bei uns.
Wenn wir nach Stuttgart fahren um die Familie zu besuchen sitzt sie mit im Auto, wenn wir mit unseren Freunden zelten (mag es auch noch so kalt sein) sitzt sie mit am Lagerfeuer, schläft mit im Zelt und fährt sogar mit uns auf dem Quad mit (keine Sorge nur ganz langsam!) solange ich sie dabei auf dem Schoß halte!

Die einzige Grenze die es früher für sie gab, war die Schlafzimmertür...
Als mein Mann noch Single war durfte sie immer mit im Bett schlafen, als ich dann einzog wurde sie aus dem Schlafzimmer verbannt, weil sie zum einen das Bett mit ihrem Fell überzog und zum anderen lauter schnarcht als mein Mann!

Heute ist auch das anders, denn die Bindung zu Tiffy ist durch den Tod meines Sohnes noch extremer geworden.
In der Schwangerschaft, als wir erfuhren, dass unser Sohn Leon krank ist, hatte mein Mann Dauernachtschicht. Ich war jede Nacht allein. Und einsame Nächte zusammen mit Angst ist keine gute Kombination... damals zog der Hund wieder ins Schlafzimmer. Ich kaufte ihr ein neues Körbchen, das kam direkt an meinen Nachttisch... wenn es mir dann nicht gut ging hielt ich oft die Hand zu ihr ins Körbchen... oder ich konzentrierte mich auf ihr Schnarchen wenn ich mich allein fühlte.
Wenn ich morgens dann die Augen aufschlug war sie das erste was ich sah und das freudige „Guten-Morgen-Wedeln“ vertrieb schnell alle aufkommenden schlechten Gedanken.
Auch wenn ich tagsüber mit dem Babybauch auf dem Sofa saß, kam sie sofort zu mir, legte den Kopf auf meinen Bauch und schnarchte dem Lüdden was vor!

Nach Leons Tod war sie immer für mich da. Wenn ich weinte kuschelt sie sich besonders eng an mich und versucht aufgeregt die Tränen wegzulecken. Während Menschen nicht wissen wie sie mit mir umgehen sollen und oft mit Worten noch größere Wunden reißen oder mich einfach ignorieren, ist Tiffy immer an meiner Seite.
Sie geht mit mir zu jeder Tageszeit, bei jedem Wetter auf den Friedhof, sie passt weiterhin Nachts auf mich auf... nur meinem Bauch schnarcht sie nichts mehr vor, sie liegt jetzt wieder in der Kniekehle...

Aber dieser kleine, dicke Hund ist zur Zeit die einzige, bei der Ich auch Ich sein darf und bei der ich mich nicht verstellen muss. Sie gibt mir jeden Tag das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden... bringt mich zum lachen, freut sich immer wenn ich nach Hause komme, auch wenn ich nur den Müll rausgebracht habe, ohne Bedingungen geht sie mit mir durch dick und dünn...  liegt aber am liebsten mit mir auf dem Sofa!

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ja, das ist ein echt süßer Hund und deine Geschichte erinnert mich an mein Fienchen, welches vor zwei Jahren an Krebs starb. Über sie schrieb ich dann auch ein Buch. Schreiben beruhigt, weil man etwas ablegen kann auf dem Papier und es da in Sicherheit weiß. So kann man es etwas aus dem Kopf bekommen. Immerhin kann man ja immer wieder drauf zugreifen, nicht vergessen.
Mein Fienchen war auch mein Wegweiser und eine Konstante in meinem Leben und eine große Verbindung zur Natur. So gehorsam und lieb. Bei Spaziergängen. Ich hoffe, dass ich sie eines Tages im Paradies wieder sehe.

LG Alice

Zwieback hat gesagt…

Ich kann das sehr gut nachvollziehen, Hunde sind sehr feinfühlig, ich könnte über meinen auch so einiges zu dem Thema schreiben.

LG Manuela

Britta hat gesagt…

Ach ja, unser lieben Mitbewohner! Meinen Fluffy liebe ich auch heiß und innig und bin immer wieder aufs Tiefste berührt, wie bedingungslos seine Liebe zu mir ist!!

Hab ein schönes Wochenende!

Britta

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Deine Erlebnisse sind so traurig. Aber auch so schön.
Und ich muss lächeln, weil ich wollte nie einen Hund. Und wenn, dann aber einen Mops. Doch wir haben alle Mischungen bekommen, weil mein Michael mag, mag, mag KEINEN Mops!
Das geht nicht, sagt er. Weil sonst lacht er sich kaputt, sagt er. Ich hab nun Susanne als Verbündete, mal schauen, ob wir nicht irgendwann doch einen Mops haben. Ich hab noch nie einen Mann mit einem Mops kennengelernt. Der würde mich auch sofort interessieren.
So, und bevor Jacky wieder ganz beleidigt ist, schreib ich Dir schnell, dass sie auch eine ganz Liebe ist. Nur schnarchen, nein, das tut sie nicht!
Dein Hund hat Dich richtig lieb, das spürt man!
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
Elisabeth