Donnerstag, 26. August 2010

Es ist ja nur ein Job

Seit 1,5 Jahren arbeite ich inzwischen wieder in meinem alten Job. Direkt nach dem Mutterschutz bin ich in mein Büro zurückgekehrt.
Vor der Schwangerschaft mit Leon hatte ich ein Einzelbüro und war die "rechte Hand meiner Vorgesetzten".
Allerdings gab es schon kurz vor meiner Schwangerschaft einige Probleme mit meiner Vorgesetzten... es ergab sich dann schließlich so, dass sie mich immer mehr aussen vor lies und sich eine neue rechte Hand heranzog, unseren damaligen Azubi.
Speziell als ich dann Schwanger war bekam ich zu spüren, dass er ihr lieber war als ich... was mir damals aber ziemlich egal war, denn ich hatte vor, nach meiner Schwangerschaft erstmal 3 Jahre Elternzeit zu nehmen und wollte hinterher nurnoch halbtags arbeiten...
Doch leider kam alles anders.
Als ich nach dem Mutterschutz zurück kam musste ich mir das Büro mit meinem "Ersatz" teilen, er hatte während meiner Abwesenheit natürlich auch meine Arbeit gemacht... und wie man mir zu verstehen gab, machte er die Arbeit auch besser!
Ich war zu dem Zeitpunkt (vielleicht verständlicherweise) sehr labil und war froh, dass er mir auch noch etwas Arbeit abnahm weil mein Kopf und meine Konzentration mich oft im Stich ließen. Sein Vertrag lief damals nur noch 3 Monate, weil er erstmal nur befristet als meine Vertretung eingestellt war.
Jedoch wurde schnell klar, dass unsere Chefin ihn nicht mehr gehen lassen würde... An allen Ecken wurde er gelobt und es wurde (und wird) auch gern in die Runde gefragt, was wir wohl ohne ihn wären und wie das alles vor seiner Zeit funktionieren konnte...
Ich habe irgendwann aufgegeben gegen ihn anzukommen. Zum einen weil er fachlich sehr gut ist und auch ein intelligenter Mensch ist und zum anderen, weil ich einfach nicht die Kraft habe diesen Leistungsvergleich durchzustehen.
Mir ist mein privates Leben wichtiger.
Resultat ist, dass ich die Vertretung meiner Vorgesetzen an ihn abgetreten habe und mich auf meine sonstigen, "einfachen" Aufgaben konzentriere.
Allerdings hatte man mir noch nicht meine ganze Arbeit zurückgegeben. Es gab noch immer ein Aufgabengebiet, dass er für mich weiter machte... Obwohl es meine Aufgabe ist, und obwohl ich mehrmals bei der Vorgesetzten drum bat, die Arbeit endlich wieder selbst übernehmen zu können!

Diese Woche (nach 1,5 Jahren) wurde mir die Arbeit zurückgegeben. Ich merke deutlich, dass mein Gegenüber alles andere als glücklich über diese Situation ist (denn eigentlich hat er jetzt nicht mehr viel zu tun!) und ich merke, wie er mich beobachtet und kontrolliert ob ich auch alles richtig mache. Ich bin (mit der Ausbildungszeit) nun seit 13 Jahren in diesem Betrieb, und vor ihm habe ich ca. 7 Jahre diese Aufgabe erledigt... ganz alleine... immer ohne Fehler.

Und heute erledige ich erneut diese Aufgabe... und bin durch seine Blicke so nervös, dass ich es tatsächlich schaffe innerhalb von 30 Minuten zwei so gravierende Fehler zu machen, dass ich zweimal die DV-Abteilung um Hilfe bitten muss...  und meiner Vorgesetzten berichten muss, dass es durch meine Fehler zu Verzögerungen kommt.
Ich könnte k**zen.
Und ich ärger mich so sehr über mich selbst, dass ich inzwischen so wenig Selbstvertrauen habe, dass ich mich durch "ihn" aus der Bahn bringen lasse.

Mal gucken ob ich beim shoppen irgendwo ein stärkeres Rückrad und ne Portion Selbvertrauen finde...

Keine Kommentare: